Markteinschätzung Q1 2026
Im letzten Jahr stand Donald Trump in vielen Belangen fast wöchentlich mit seinen Äußerungen im Vordergrund. Den größten Schock löste er jedoch mit der Ankündigung der Strafzölle im April aus. Darauffolgende besänftigende Töne Trumps sowie die aufgenommenen Zollverhandlungen zwischen den Staaten führten wieder zu einer Entspannung. Die Börsen konnten sich erholen und viele Indizes erreichten sogar neue Höchststände.
In unserer Markteinschätzung vor einem Jahr lagen die vorgestellten Prognosen der Banken für den bedeutendsten Börsenindex der Welt – den amerikanischen S&P 500 – im Durchschnitt bei ca. 6.700 Punkten. Diese wurden am Jahresende sogar übertroffen, sodass der S&P 500 das Jahr mit 6.845 Punkten beziehungsweise einer Rendite von über 15% beendete. Der US-Dollar wertete 2025 jedoch um ca. 12% ab, wodurch für Euro-Anleger Währungsverluste entstanden und die Rendite für den amerikanischen Markt auf 3% schrumpfte. Um solche Effekte abzufedern ist es daher von entscheidender Bedeutung, ein global diversifiziertes Portfolio aufzubauen. So verzeichneten Schwellenländer im letzten Jahr eine deutlich bessere Performance und waren eine sinnvolle Beimischung. Betrachtet man die Branchen, standen wieder Technologie-Firmen und Unternehmen mit Bezug zur Künstlichen Intelligenz (KI) im Mittelpunkt. Deren Ertragswachstum stützte den Gesamtmarkt. Die höchsten Gewinne verzeichneten 2025 jedoch die Rohstoffmärkte und hier insbesondere die Edelmetalle.
Auch in diesem Jahr fallen die Prognosen der großen Bankhäuser für den S&P 500 optimistisch aus (siehe Chart). Im Durchschnitt erwarten die aufgeführten Banken für das Jahr 2026 einen Anstieg des S&P 500 auf 7.585 Punkte. Das entspräche einer Rendite von ca. 10,8% gegenüber dem Schlusskurs von 2025.

Zum Jahresbeginn steht der US-Militärschlag gegen Venezuela aktuell im Zentrum der Berichterstattung. Gleichzeitig hat dieser kaum Einfluss auf die Weltwirtschaft und damit auch nicht auf die Aktienmärkte. Dementsprechend sollte man sich von politischen Ereignissen und damit kurzfristig verbundenen Unsicherheiten bei der Anlagestrategie nicht beeinflussen lassen. Viel bedeutender ist hingegen die Geldpolitik der großen Zentralbanken. Von der US-Zentralbank werden 2 Zinssenkungen um je 25 Basispunkte erwartet. Dies könnte die Wirtschaft und die Märkte weiter stützen. Zentrales Thema wird ebenfalls die Inflationsrate bleiben. Höhere Zölle sowie die gestiegenen Rohstoffpreise könnten inflationär wirken. Dies würde möglichen Zinssenkungen entgegenwirken, was es weiter zu beobachten gilt.
Das Wirtschaftswachstum in den USA wird bisher vom Thema KI und den damit verbundenen Investitionen getragen. Das Wachstum könnte sich in diesem Jahr fortsetzen, wenn KI eine breitere Anwendung durch mehr Unternehmen erfährt und diese dadurch Effizienzsteigerungen realisieren können. Zu guter Letzt wäre geopolitisch eine Friedenslösung im Ukraine-Krieg für alle Menschen, aber auch für die Aktienmärkte eine positive Nachricht für das neue Jahr 2026!
Oliver Fuhrmann (Investmentanalyst), 09.01.2026